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Meine Doula-Tipps für das erste Trimester deiner Schwangerschaft

Der positive Schwangerschaftstest verändert alles. Viele Frauen sehen sich mit Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert und müssen sich im Dschungel der Informationen und des Überangebots an Kursen, Vorsorgemöglichkeiten und Geburtsorten erst einmal zurecht finden. Ich habe euch einige Tipps zusammengetragen, die ich als Doula meinen Frauen gebe.

Das erste Trimenon oder Trimester beginnt für die meisten Frauen mit ausbleibender Regelblutung oder einem positiven Schwangerschaftstest. Dieser Moment bleibt vielen werdenden Mamas noch lange in Erinnerung, ob dieser nun als enorm schön oder auch sorgenbereitend oder gar schockierend empfunden wird. Die emotionale Achterbahnfahrt beginnt. 

Gefühls-Chaos

Deine Eizelle wurde befruchtet, dein Körper richtet sich nun völlig darauf aus, einen neuen Menschen zu produzieren. Für den Geist ist das oft noch sehr schwer nachvollziehbar. Wie fühlst du dich? Was geht in dir vor? Bist du unschlüssig, ob dir etwas Wunderbares oder enorm Furchtbares widerfahren ist? Freust du dich? Bist du traurig? Oder wütend? All diese Gefühle sind normal und okay. Die Schwangerschaft ist eine Zeit des Wandels. Der Körper macht diesen Wandel von selbst, die Gefühlslage hinkt oft etwas hinterher. Sei dir dessen bewusst, nimm dir Zeit und sei grosszügig mit dir. Und geh sorgsam mit dir um. Einigen Frauen hilft es, wenn ich ihnen rate, sie sollen mit sich so umgehen, wie sie mit ihrer besten Freundin umgehen würden. Rede dir also gut zu, erlaube dir zu weinen, gib dir Halt. 

 

Die Schwangerschaft führt oft zu einer Identitätskrise oder holt Themen hoch, die man verarbeitet geglaubt hat. Du wirst von der Tochter von jemandem zur Mutter von jemandem. Du musst eine neue Rolle einnehmen und eine alte ziehenlassen. Auch in der Partnerschaft wird sich viel verändern. Es hilft, gegenseitige Erwartungen zu klären. Sieh auch dies als Chance, jetzt noch einmal neun Kalendermonate Zeit zu haben, Seelenhygiene zu betreiben, im Inneren aufzuräumen, sodass dein Kind in eine Welt kommt, die für es bereinigt wurde. Sieh es auch als Chance, die Person zu werden, die du wahrhaftig sein möchtest.

 

Viele Schwangere mutieren zu Paranoikerinnen. Sie hören auf mit Sport, der ihnen bis anhin gut getan hat. Das ist nicht unbedingt notwendig. Grundsätzlich raten die meisten Ärzte gesunden Schwangeren, ihre Sportroutine fortzuführen, wenn ihnen danach ist. Ich empfehle ohnehin, die Schwangerschaft dafür zu nutzen, in sich selber reinzuhorchen: Was tut mir gut? Was fühlt sich nicht mehr gut an? Wie kann ich mir selber Gutes tun?

Ängste abbauen und konfrontieren

 

 Als ich schwanger wurde, stellte sich fast unmittelbar die Angst vor der Geburt ein. Wenn ich an das Geburtsereignis dachte, sah ich vor meinem inneren Auge eine auf einem Spitalbett liegende Frau mit hochrotem Gesicht, die wie am Spiess schrie, während sie von Ärzte und Hebammen angefeuert wurde, ihr Kind herauszupressen. Und ich dachte an Dammrisse- und Schnitte. Ich fürchtete mich wahnsinnig davor, dass mein Körper während der Geburt zerrissen wurde und ich die Schmerzen nicht bewältigen würde. Diese Ängste sind normal. Und zwar deshalb, weil unsere Gesellschaft in Filmen und Erzählungen Geburten als schmerzhaft und medizinisch darstellt. 

 

Die gute Nachricht ist: Es gibt in deinem Körper Stoffe, die viel Stärker sind, als Schmerzmittel und sie werden während einer Geburt ausgeschüttet. Es gibt eine Kraft in dir, die es bewerkstelligt, ein Kind sicher und ruhig zur Welt zu bringen. Der Punkt ist, dass du zunächst wieder lernen solltest, auf deinen Körper zu vertrauen.

 

Unter der Geburt ist Angst dein grösster Gegner. Denn Angst führt im Körper zu Anspannung und Verkrampfung. Diese wiederum führt zu Schmerzen. Und grössere Schmerzen lassen die Angst wieder grösser werden. Wegen diesem Angst-Schmerz-Kreislauf ist es wichtig, einen Umgang mit der Angst schon in der Schwangerschaft zu erlernen. Hier setzt auch das Konzept des HypnoBirthing an. Du lernst, dich mit Atemübungen und Visualisierungen zu entspannen. In einem Zustand der absoluten Entspannung werden Suggestionen in deinem Unterbewusstsein verankert, die tief in deinem Inneren daran arbeiten, Ängste abzubauen und mit Vorfreude und vor allem Zuversicht der Geburt entgegenzusehen. Aber auch Yoga, Meditation oder autogenes Training kann gut helfen. Anderen hilft es, ihre Ängste aufzuschreiben.

 

Der Körper

Die Schwangerschaft beginnt mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Daraufhin startet die Gebärmutter ihr Wachstum. Dies geht einher mit einer Hormonveränderung, die von vielen Frauen schon früh – oft schon vor dem positiven Testergebnis – bemerkt wird. 

 

Erste Anzeichen können sein:

 

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Brustspannen
  • Schlecht- und Unwohlsein
  • Verstopfung
  • veränderter Geruchssinn/ Appetit
  • Zahnfleischbluten

Gerade beim Thema Morgenübelkeit kann viel helfen:

 

Eine meiner Freundinnen schwört darauf, noch vor dem Aufstehen etwas Kleines zu essen. Legt euch dafür vor dem zu Bett gehen einen kleinen Snack, wie Mandeln oder Zwieback – worauf ihr auch immer Lust habt – auf dem Nachttisch bereit. Wem unterwegs oder im Öffentlichen Verkehr schlecht wird, kann sich eine kleine Plastiktüte mit Zitronen- oder Ingwerscheiben zulegen. Wenn einem die Übelkeit überkommt, hilft daran zu schnuppern oder notfalls auch in eine Scheibe zu beissen. Wichtig ist hier zu wissen, dass Ingwer den Körper erhitzt und in manchen Fällen Wehen auslösen kann. Er ist also mit Vorsicht zu geniessen. Grundsätzlich hat die feine Nase in der Schwangerschaft auch ihre guten Seiten: Sie zeigt "ihrer" Frau, was gut für sie ist. 

 

Ich persönlich habe mit ätherischen Ölen gute Erfahrungen gemacht. Dazu habe ich mir ein Öl gemischt, an welchem ich schnupperte, wenn mir flau im Magen wurde. Ich verwende Bergamotte, Zitrone, Pfefferminze und Grapefruit. Über Neroli habe ich aber auch schon sehr viel Gutes gehört. Nehmt keine Öle, die ihr nicht riechen mögt oder gegen die ihr eine instinktive Abneigung habt, denn: Euer Körper leitet euch da schon richtig.

 

In der Apotheke gibt es Akupressurbänder gegen Reiseübelkeit. Auch die wirken bei einigen Frauen Wunder. Daneben finde ich es auch toll, sich über die ganze Schwangerschaft von einer Homöopathin begleiten zu lassen, denn Schwangerschafts-Wehwehchen können immer einmal wieder auftauchen. 

 

Vorsorge beim Arzt oder der Hebamme?

Mit der Wahl, zu wem man in die Vorsorge geht, kann die Schwangerschaft ihren ganz eigenen Lauf nehmen. Viele Frauen wissen nicht, dass sie die Untersuchungen nicht nur bei ihrem Gynäkologen, sondern eben auch durch Hebammen durchführen lassen können. Hebammen sind ebenso qualifiziert, diese Untersuchungen zu machen, solange die Schwangerschaft als normal zu beurteilen ist. Genauso ist es möglich, die Vorsorge bei der Gynäkologin und der Hebamme machen zu lassen. 

 

Um den exakten Geburtstermin zu bestimmen, sollte man zwischen der 8. und 10. Woche einen Ultraschall beim Gynäkologen machen lassen, da dann das Kind am besten gemessen werden kann. Allerdings haben Ultraschall-Untersuchungen auch einen Haken: Das Kind nimmt die Schallwellen physisch war und hört diese im Laufe der Schwangerschaft auch. Und zwar so, als würde ein D-Zug durch den Bahnhof rasen. Es ist wichtig, dass sich Schwangere dies vor Augen halten und zusätzliche oder unnötige Ultraschall-Untersuchungen überdenken. 

 

Die Ernährung sollte in der Schwangerschaft vielfältig, gesund und frisch sein. Grundsätzlich wird Schwangeren empfohlen, auf jegliches nicht durchgegarte oder geräucherte Fleischerzeugnis zu verzichten. Vorsicht ist auch geboten bei rohem Fisch und Meeresfrüchten, Rohmilchkäse und mit Bleimunition geschossenem Wild. (In einem anderen Blogbeitrag werde ich noch detaillierter über Ernährung in der Schwangerschaft schreiben).

 

Und nun Mamas: Ich wünsche euch eine wunderbare erste Zeit der Schwangerschaft. Mit vielen Ruhepausen, erholsamen Momenten und ganz viel Vorfreude.