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Wenn Nächte zum Albtraum werden // Schlafstörungen und was man gegen sie machen kann

Eine Schlafstörung brachte mich fast um den Verstand. Nächtelang lag ich wach und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Dann nahm ich meine Genesung in die Hand. Hier erfährst du alles, was ich in diesem Jahr über Schlafstörungen gelernt habe. 

Irgendwann im vergangenen Januar, in einem rustikalen Hotel in den Bergen, dachte ich, ich würde wahnsinnig. Seit fünf Tagen hatte ich nur minutenweise Schlaf gefunden und war psychisch am Ende. Ich wusste nicht, was mit mir los war, ich wusste nur, dass ich diese belastende Situation nicht mehr länger aushielt. Schon Tage zuvor hatte ich pflanzliche Arznei in der Apotheke besorgt und pumpte mich mit Baldriantinktur und Schlafdrops voll. Aber nichts half. Ich wälzte mich von einer Seite zur anderen, übte mich im autogenen Training, hörte mir Schlafhypnosen an – und wurde immer verzweifelter. 

 

Zurück zuhause ging ich zum Hausarzt, der bei mir einen Morbus Basedow diagnostizierte, welcher Auswirkungen auf den Schlaf hat. Der Morbus musste vom Facharzt mit starken Medikamenten therapiert werden, parallel dazu verschrieb mir eine Psychiaterin ein leichtes Antidepressiva, welches mir nach drei schlaflosen Monaten endlich die ersehnte Mütze Schlaf brachte. Aber der Schlaf war künstlich. Ich spürte, wie ich zwar soweit erholt war, dass ich meinen Alltag meistern konnte, aber der Schlaf war traumlos und chemisch. Ein halbes Jahr später konnte ich meine Medikamente gegen den Basedow ausschleichen. Die Schlafstörung aber blieb. 

 

Das kann helfen:

 

In dem vergangenen halben Jahr probierte ich also einerseits von meinen Antidepressiva wegzukommen und andererseits meine Schlafstörung von Innen heraus zu heilen. Auf dieser Reise habe ich allerelei Dinge probiert und mich mit diversen Therapieansätzen auseinandergesetzt. Hier mein Best-of.  

 

An die Ursache des Problems

 

Spoiler voraus. Meine Schlafstörung verschwand dann, als ich die Ursache ausflöste. Zunächst muss man aber erst einmal herausfinden, was denn dir Ursache der Schlafstörung ist. Ich stand diesbezüglich nämlich auf dem Schlauch. Ich wusste, dass meine Schlafstörungen nach der Geburt meines Sohnes begonnen hatten. Wie sie aber damit zusammenhängen könnten, verstand ich nicht. Ich ging zu einer Chackra-Therapeutin, die meine Energiefelder im Körper harmonisierte. Unvermittelt frage sie mich: "Hast du während der Geburt deines Kindes die Kontrolle verloren oder war dein Bewusstsein verändert?" Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte unter der Geburt ein starkes high-machendes Opiat bekommen, welches mich regelrecht betäubt hatte. Während mein Körper gebar, war mein Geist irgendwo im Universum. Ich hatte einen Filmriss von drei Stunden. In den Presswehen wurde das Medikament abgestellt und ich kam high auf der Erde und in einem zutiefst physischen Geschehen an. Wie ich mein Kind in diesem Zustand auf die Welt presste, ist mir noch immer ein Rätsel. Dieses Erlebnis war höchst traumatisierend. Es galt also dieses Trauma aufzuarbeiten.

 

Geh zum Arzt und lass dich durchchecken. Vielleicht liegt ein medizinisches Problem vor. Sollte dein Arzt nichts finden, dann frage dich: Seit wann habe ich die Schlafstörung? Habe ich vielleicht einen Nutzen von der Schlafstörung? Zum Beispiel könnte dir deine Schlafstörung mehr Zeit für dich verschaffen. Plane in der Konsequenz mehr Zeit für dich ein, damit dein Körper und Geist in der Nacht zur Ruhe kommen können. Was war speziell zur Zeit, als die Schlafstörung auftauchte? Beobachte deinen Schlaf. Wann komme ich gar nicht zur Ruhe? An welchen Tagen geht es besser? All diese Dinge, können dir Aufschluss darüber geben, was bei dir ursächlich sein könnte. 

 

Hausmittel

 

Hausmittel können ihren Teil zu einem guten Schlaf beitragen. 

 

Magnesium ist sozusagen die Basis für einen guten Schlaf. Nur wenn die Magnesiumdepots voll sind, kann sich der Körper auf muskulärer Ebene vollkommen entspannen. Meine Apothekerin erklärte mir, dass auch alle anderen Hausmittel nur dann adäquat wirken, wenn der Körper genügend mit Magnesium versorgt ist. 

 

CBD ist ja mittlerweile für fast alles das Heilmittel schlechthin. Aber im Ernst: Ich nehme heute nach wie vor 5 Tropfen von einem CBD-Öl, was mich tief schlafen macht. Absolute Empfehlung!

 

Hafer-Globuli wurden mir aus der Homöopathie empfohlen und wirkten auch relativ gut. Ich habe den Eindruck, dass Globuli vor allem dann gut nützen, wenn ein Mensch der Homöopathie offen und positiv gegenübersteht. Wenn du das tust, dann hol dir unbedingt Hafer Globulis oder Tropfen in der Apotheke. 

 

Baldrian ist dafür bekannt, dass er gesunden Schlaf fördert. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass er zu gering dosiert, sozusagen gegenteilig wirkt. Wenn Baldrian, dann also richtig! 

 

Lavendel hat ebenfalls beruhigende Eigenschaften. Ich verpasse meinem Sohn jeden Abend eine Fussmassage mit Lavendelöl, damit auch er zur Ruhe findet. Für mich habe ich ein stärkeres Öl gemischt, das die Serenity-Mischung von doTERRA beinhaltet. Serenity hilft, Gefühle der Anspannung zu lindern und Emotionen zu beruhigen. Ich gebe die ätherischen Öle auch ins Badewasser. Die Öle gibts hier.

 

Sauerkirschsaft hat bei mir tatsächlich gewirkt. Nehmt dazu den konzentrierten Muttersaft. Einfach am Abend ein kleines Glas (verdünnt mit Wasser!) trinken und den Kirschen die Arbeit überlassen.

 

Melisse wirkt auch sehr gut gegen Schlafstörungen. Entweder ihr entscheidet euch für die light Version in Form von Melissentee oder aber ihr kauft euch die Melissen-Urtinktur und nehmt hiervon einige Tropfen am Abend ein. Ich arbeite auch mit dem ätherischen Öl der Melisse. Ist super teuer, wirkt aber. 

 

Sonstige Helfer

 

Je mehr ich mein Schlafverhalten beobachtete, desto mehr viel mir auf, dass ich dann Einschlafen konnte, wenn in meinem Kopf die Gedanken zur Ruhe kamen. Das ständige Denken kam mir irgendwann wie selbstständiges Geschwätz vor – als wenn zwei nervige Tanten in meinem Kopf echt hässliche Gespräche führten. Mir wurde bewusst: Das bin nicht ich. Zumindest bin ich mehr, als dieses Geschwätz im Kopf. Mein Geist kann es schaffen, die Tanten zu vertreiben. Am allerbesten hilft mir in solchen Momenten richtig forderndes Yoga. Der Nachteil ist allerdings, dass ich für mindestens eine Stunde noch einmal körperlich anstrengende Übungen machen muss, um in die Ruhe zu finden. Andere erreichen diesen Zustand auch mit autogenem Training, progressive Muskelanspannung oder Meditation. Vielleicht reicht es dir auch, ein paar Seiten in einem Buch zu lesen, welches dich völlig ablenkt. 

 

Was mir auch empfohlen wurde, ich aber nicht ausprobiert habe, ist, das Schlafzimmer nach Wasseradern abzusuchen und gegebenenfalls das Bett umzustellen. Anscheinend sind auch Betten mit Bettkästen und ganz im Allgemeinen Zeugs unter dem Bett schädlich für guten Schlaf. So auch Staub – Immer gut unter dem Bett saugen!

 

Schlussendlich half mir die intensive Aufarbeitung meines Traumas, in die auch mein Sohn stark eingebunden wurde. Wir waren bei einer Naturärztin in Behandlung, die uns wunderbar begleitete. Die letzte Sitzung war intensiv, mein Sohn schrie und mimte Geburtsbewegungen, um darauf hinzudeuten, dass auch er unter der Geburt sehr litt. Ich weinte – zum einen, weil ich meinen Sohn so leiden sah, zum anderen, weil ich Begriff, dass ich meinen Sohn während seiner Geburt alleine gelassen hatte, weil ich betäubt gewesen war. Die Sitzung war unheimlich heilsam. Danach konnte ich meine Medis absetzen – ohne Entzugserscheinungen. Und auch mein Kind begann urplötzlich, gut zu schlafen. Heute nehme ich noch CBD-Tropfen und hin und wieder Magnesium. Und ich schlafe wieder, wie vor der Geburt! 

 

Ich hoffe, dass der Beitrag dem ein oder anderen von euch hilft, wieder zu gesundem Schlaf zu finden und drücke euch ganz fest die Daumen!